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Im Kantonsrat wird kein Sitz frei

Bezirk Pfäffikon: 44 Männer und 20 Frauen kandidieren am 15. April

Der Bezirk Pfäffikon hat sieben Sitze im Kantonsrat. 64 Personen möchten darauf Platz nehmen. Keiner der Bisherigen – drei SVP und je ein SP-, FDP- und EVP-Mann sowie eine Grüne – treten zurück.

Anna E. Guhl

64 Kandidatinnen und Kandiaten, 20 Frauen und 44 Männer, treten im Bezirk Pfäffikon am 15. April zu den Wahlen in den Kantonsrat an. Vor vier Jahren war es eine Person weniger. Die Kandidaturen verteilen sich auf zehn Listen – bei den letzten Wahlen waren es neun. Die SVP, die SP, die CVP, die Grünen, die EVP und die EDU präsentieren ihre Kandidaturen wiederum auf vollen Listen. Die FDP, die letztes Mal mit einer Liste Süd/Ost und einer weiteren Nord/West angetreten war, beschränkt sich diesmal wieder auf eine einzige. Die Züri-Oberland-Liste gibt es nicht mehr. Dafür kommt die Alternative Liste/PdA neu mit einer Liste, auf der vier Personen zum Teil kummuliert aufgeführt sind, ebenso die Schweizer Demokraten (SD). Die Geschlechter sind fast gleich verteilt wie vor vier Jahren: Es gibt 20 weibliche und 44 männliche Kandidaturen. Die EDU scheute nicht davor zurück, eine reine Männerliste einzureichen. Aber sie hat ohnehin ein Personalproblem: Nur ein einziger der Kandidaten von 2003 steht wieder zur Verfügung. Dafür kandidiert der Präsident der EDU-Kantonalpartei im Bezirk Pfäffikon, obwohl er in Hombrechtikon wohnt. Das Wahlgesetz hindert ihn nicht daran. Bei den SD kandidieren sogar zwei bezirksfremde Personen. Deren Wahlchancen sind indessen gering.Geografisch sind die Kandidierenden wie in der Vergangenheit höchst unterschiedlich verteilt. Die beiden grössten Gemeinden, Illnau-Effretikon und Pfäffikon, sind auch die politisch aktivsten. Gleich 21 Kandidierende wohnen in Illnau-Effretikon. Die Stadt stellt seit Jahren die meisten Kandidaturen. Dies dürfte mit der Existenz eines Stadtparlaments zusammenhängen, welches die Wählerinnen und Wähler zu einem regulären politischen Betrieb und damit zu aktiver Parteiarbeit zwingt.

2003 Mandatsverschiebung

2003 erreichte die SVP im Bezirk Pfäffikon 36,7 Prozent der Wählerstimmen und wurde – wie im ganzen Kanton – mit Abstand zur wählerstärksten Partei. Die SP folgte mit 20,3 Prozent Wählerstimmen, die FDP mit 14,1 Prozent, die Grünen mit 10,2 Prozent. Die EVP erreichte 8,4 Prozent, die CVP 4,6 Prozent und die EDU 3,9 Prozent. Diese Reihenfolge stimmt nicht ganz mit den Parteiensstärken im übrigen Kanton überein, welche für die Vergabe der Listennummern herangezogen werden. (Wer 2003 nicht antrat, bekommt 2007 eine Listennummer zugelost.)Das spektakultärste Ergebnis im Bezirk Pfäffikon war 2003 der Mandatsgewinn der Grünen zu Lasten der SP, die heute nur noch über einen Kantonsrat verfügen. Die Listenverbindung der beiden hatte sich zu Gunsten des kleineren Partners ausgewirkt. Statt Luc Pillard (SP) fuhr fortan eben Esther Hildebrand (Grüne) nach Zürich. Der FDP trat mit keinem bisherigen Kantonsrat an, und es gelang ihr trotz zwei (verbundenen) Listen nicht, das 1999 verlorene zweite Mandat zurückzuerobern. Die EVP verteidigte ihr Mandat erfolgreich – im Bezirk Pfäffikon macht diese Partei bedeutend mehr Stimmen als die CVP, kantonsweit ist es umgekehrt.Alle sieben Bisherigen des Bezirks treten wieder an, und dies mit intakten Wahlchancen. Das ist bitter für die vielen valablen Kandidaturen, mit denen insbesondere die grösseren Parteien aufwarten können.Für Hans Heinrich Raths (SVP, seit 2001 im Rat), den wortgewaltigen Gemeindepräsidenten von Pfäffikon, soll es die zweite Wiederwahl werden. Ernst Brunner (SVP), der pensionierte Elektroingenieur aus Illnau, sitzt seit 1995 im Rat. Obwohl Brunner dieses Jahr 70 wird, kandidiert er nochmals, weil er findet, dass seine Generation in der Politik untervertreten sei. Sein Sitz ist am ehersten gefährdet. Regula Kuhn (SVP, Illnau-Effretikon, seit 2005), die Sektorleiterin Ausbildung im Zivilschutz, ist im Lauf der Legislaltur für den Baumer Peter Good in den Kantonsrat nachgerückt und hat sich gerade erst richtig eingelebt. Der freisinnige Jurist Thomas Vogel (Illnau-Effretikon, seit 2003) hat seine erste Legislatur hinter sich und sprüht nur so vor politischen Ideen. Der Fehraltorfer Oberstufenlehrer Hanspeter Amstutz (EVP, seit 1991) hat sich als Bildungspolitiker einen Namen gemacht, und die kaufmännische Angestellte Esther Hildebrand (Grüne, seit 2003) hat sich mit dem Präsidium des Illnau-Effretiker Stadtparlaments einen hohen Bekanntheitsgrad geschaffen. Ausserdem dürfte den Grünen die Regierungsratskandidatur ihres Parteikollegen Martin Graf zusätzliche Stimmen bringen. Fazit: Die alte Pfäffiker Vertretung in Zürich könnte die neue werden.

64 Kandidaturen aus dem Bezirk

Freisinnig-Demokratische Partei (Liste 3)

Thomas Vogel (bisher, Illnau-Effretikon), Urs Mühlemann (Pfäffikon), Esther Pfenninger (Wildberg), Martin Hirschi (Pfäffikon), Peter Stiefel (Illnau-Effretikon), Jeannette Derrer (Hittnau), Sascha Gonser (Illnau-Effretikon)

Erschienen am Mittwoch, 07. Februar 2007
© «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster»